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Die Immo Buhl Schule ist die älteste professionelle, in modernen Tanz, Tanzschule in der Metropolregion Nürnberg,
Fürth und Erlangen und ist die offizielle Schule des Immo Buhl Tanzensemble und die einzigste autorisierte Schule, an der
ernsthaft Studierende die Immo Buhl Tanzmethode und Stil erlernen können.
Gegründet: 1976 in Fürth/Bayern als erste Schule für modernen Tanz in Nürnberg, Fürth und Erlangen
Gründerin: IMMO BUHL
Leitung und künstlerische Leitung:
IMMO BUHL und LARÁ BUHL
Immo Buhl: "Die ursprüngliche Einheit von Gefühl und Ausdruck, Anatomie in Bewegungsschulung, Tanz als
Lebensäußerung und Lebensaufgabe, das sind die Ziele einer Arbeit, die künstlerische Darstellung und
pädagogische Ausbildung verbindet."
"Mut zum Tanz, der Tänzer ist kein Objekt sondern Subjekt." Immo Buhl
INTERVIEW MIT IMMO BUHL
Wie hat sich Ihre Bewegungsmethode mit beinhalteter Tanzschulung entwickelt?
Meine Methode ist aus dem künstlerischen Moment geschaffen das heißt: zu wissen wie sich ein menschlicher
Körper bewegen kann, wenn er das Physische - seelische - geistige in einer Trainingsarbeit zusammen bringt. Also
Trainingsschulung wird nicht getrennt erarbeitet ohne seelisches - geistiges, sondern sofort zusammen. Der Mensch
lernt sofort jede kleinste Bewegung zu empfinden das heißt mit seiner schöpferischen Idee zusammen zu setzen.
Warum ist es in der heutigen Zeit so schwer zu verstehen?
Der Tänzer steht in der Mitte dieser Welt und spürt die Bewegung um sich herum, die Bewegung die aus der
Gedankenwelt der heutigen Menschen herausströmt. Diese Gedankenwelt der heutigen Menschen bewegt ihn
unbewusst. Wird es ihm bewusst, so darf er nicht sich mit ihnen verbinden und sie darstellen mit seinem Körper,
den so verdoppelt er diese Gedankenwelt. Sondern er muss lernen sie zu erkennen und umzugestalten in eine
Körpersprache die seinem Körper und dem Körper der anschauenden Menschen wieder schöpferische Kraft und
vorwärtsdrängende Kraft gibt.
Wie erreichen Sie das mit ihren Schülern?
Um das zu erreichen braucht es eine besondere Körperschulung, Ausbildung des anatomisch- und seelisch-
geistigen wissen das in meiner Tanzmethode enthalten ist. Von aufrechter schöner Haltung wurde, eine den
menschlichen Gesetzmässigkeiten, entsprechende Bewegungsschulung entwickelt.
Wie sehen sie die Tanzkunst in ihre Bewegungsmethode in ihrer künstlerischen Choreographischen Gestaltung?
Ich sehe den künstlerischen Tanz nicht in der äußeren Welt, sondern in der Umgestaltung der äußeren Welt. Nur so
bekommt die tänzerische, künstlerische, choreographische Arbeit einen gesundenden Sinn. Im modernen Tanz hat
sich das von Anfang an so entwickelt und muss sich so weiter entwickeln. Denn die Tanzkunst sollte nicht
künstlich (Akrobatik, Gymnastik , Sport u. s. w.) sein, sondern die Tanzschulung sollte in das Künstlerische
gehen.
Wo heraus hat sich ihre Tanzmethode und Körperschulung entwickelt?
Ich habe eine Tanzmethode und Körperschulung entwickelt aus der Loheland-Gymnatsik, Loheland
Gymnastikschule in Fulda, und der Martha Graham Tanztechnik. Und so ist die spezielle Tanzschulung und Methode
meiner Tanzarbeit nur an meiner Schule erlernbar oder von den in meiner Schule ausgebildeten Tänzern. Ich habe
meinen Tanz im Sinne der großen modernen Tänzer der Vergangenheit weiterentwickelt und er geht in die
zukünftige Tanzarbeit und greift nicht schon da gewesenes auf. Schüler die an meiner Schule lernen sollen die
Möglichkeit haben durch diese Ausbildung den Tanz weiter entwickeln zu können. Mein Tanz ist, was Tanz ist:
Bewegung des physisch - seelisch - geistigen mit einfließend des Melodischen und Rhythmus.
Immo Buhls Tanz
Auf der Suche nach der verlorenen Einheit: So ließe sich der Weg beschreiben, den Immo Buhls Tanz seit Jahren
konsequent verfolgt. Die ursprüngliche Einheit von Gefühl und Ausdruck, Tanz als Lebensäußerung und
Lebensaufgabe, das sind die Ziele einer Arbeit, die künstlerische Darstellung und pädagogische Ausbildung
verbindet.
Eigenes Erleben stand am Anfang: Während eines langen Afrika-Aufenthalts lernte Immo Buhl, wie im
Zusammenwirken von Musik, Rhythmus und ritueller Sinngebung das Tanz zum natürlichen, aber Verlierbaren
Ausdrucksvermögen der Menschen gehört. Die Trennung von Kultus und Kunst führte im Abendland zur Dualität der
formalisierten Ästhetik klassischen Balletts auf der einen Seite und der entleerten höfisch-bürgerlichen Konvention
des Gesellschaftstanzes auf der anderen.
Verschüttet wurde die archaische Einheit von innerer und äußerer Bewegung, vergessen die Kraft des Tanzes als
Körpersprache der Seele. Aber nicht die Imitation fremder Kulturen, sondern die Übertragung dieser Erfahrung
wurde für Immo Buhl die Schulung, als sie nach einer mehrjährigen Ausbildung in Modern Dance daran ging, ihren
eigenen Stil und somit auch ihre eigene Tanzmethode zu finden und 1976 ein Ensemble mit angeschlossener Schule
zu gründen.
Die Rückgewinnung begann tastend, wurde für Immo Buhl zunächst zur Probe auf jene Musik, die emotionale
Identifikation bot: Rock, Jazz, Romantik, Elektronik u. a.. Von Bildern schritt man fort zu Geschichten, zu
Tanzdramen, die mitunter literarische Vorlagen nutzen (Shakespeare, Lorca usw.), allerdings nur als Zitat, als
Einstieg zum Entdecken existentieller, tieferliegender mythischer Muster.
Die Suche nach der alten Einheit von Ausdruck und Tanz war auch eine Suche nach verlorener Harmonie.
Schon das Training von Immo Buhls Tanz geht aus, hier anthroposophische Einflüsse nicht leugnend, von
Körperbejahung, vom Einklang zwischen Sein und Natur. Beherrschendes Stilmoment aller Choreographien Immo
Buhls sind die Formen aus der Natur neigender Ganzheit , Mimik und Kostüm, dem Fluss der Bewegung entspricht
das Fließen der Musik. Gegen die entstellten, mechanisierten, zweckrationalen Verhaltensweisen erstarrten
Körperhaltungen des Alltags steht hier die Freisetzung verdrängter Gefühle und natürlicher Expressivität. Fantasie
und Traum sind die Bezugswelten, die künstlerische Vermittlung wird zum Schlüssel für diese Chiffren, nicht über
den Kopf, sondern über die Sinne sind die Zuschauer zu Wiedererkennen, zum Verstehen eingeladen.
Der Anspruch dieser Tanzkunst ist hoch, sie hat es schwer gegen gängige Trends und Moden, weil es ihr auf
Wahrheit, Freiheit und Liebe ankommt, keine des Verstandes, solche der Seele – lateinisch „anima“.
Animationen in diesem Sinn sind die Vorstellungen von Immo Buhl. Noch ist sie nicht gefunden, die verlorene
Freiheit, aber mitsuchen können wir und teilnehmen an Erfahrungen, die uns bewegen. Bewegung durch
Bewegung.
Pressestimmen:
Eine Unendliche Bewegung
Ihr tänzerische Form entsteht gleichsam von innen heraus, wie in einem evolutionären Prozess, der das Auge
anfangs gar nicht wahr zu nehmen vermag, der in seiner Folgerichtigkeit aber immer wieder an die
morphologischen Theorien Goethes erinnert. Der Ausdruck, den Immo Buhl erzielt, ist also keineswegs das Ergebnis
irgendeines Zufalls, sondern Teil einer genauesten Überlegung, die sich ihre Form sucht. Vieles besitzt deshalb
ursprüngliches. Einiges assoziiert Asiatisches. In manchen Augenblicken fühlt man sich in einer Welt Automation
versetzt, in der totale Unterordnung triumphiert. In allen Sätzen ihres Stückes- "Morning Dawn", "Sunrise",
"Tenderness", "At the Gates of Darkness" oder "Pure Light"- aber erkennt man einen Gestaltungswillen, der ganz
und gar eigen ist. Immo Buhl mag Carolin Carlson vergleichbar sein. Eine unverwechselbare Persönlichkeit ist sie in
jedem Fall. Tanzkritiker, Hartmut Regitz
Moderner Tanz in Reinkultur
Der Moderne Tanz konnte sich gegenüber der Übermacht des klassischen Balletts nicht durchsetzen. Heute verhält
es sich anders. Es hat den Anschein, dass die Zahl seiner Anhänger stetig anwächst. Die Immo Buhl Dance
Company bot in Freiburg einen modernen Tanz im Stile unserer Zeit. Diese Company bewahrt von der Natürlichkeit
des Bewegungsausdrucks, ohne in Banalitäten oder Naivität abzugleiten, wie das im modernen Tanz gelegentlich
der Fall ist. Im Gegenteil, selten sieht man intelligent gemachte Choreographien, die zugleich derart intensiv und
präzise bis ins Detail getanzt werden. Hier scheint der Körper Mensch gewordener Ausdruck zu sein, von der Spitze
des Fußes bis in den Blick der Augen hinein. Der Tanz liegt gleichsam in einem archaischen Bereich des
Vorbewussten, zu dem keine Wörter mehr dringen. Es erstehen Bilder, es ersteht Ausdruck.
Freiburg / Südkurrier - F. Otterbach